Grenzwert überschritten
Staub auf der Lunge
Der Nebel hat in den letzten Tagen für dicke Luft gesorgt.
Dieser Herbst drückt nicht nur wegen der fehlenden Sonne aufs
Gemüt. Der Hochnebel hat jetzt auch noch dazu geführt,
dass der Grenzwert für Feinstaub (PM10) überschritten
wurde.
Als PM10 werden Partikel bezeichnet, deren Durchmesser weniger
als zehn Tausendstel Millimeter beträgt. Das heisst, 100 Partikel
haben nebeneinander auf einem Millimeter Platz. Am Mittwoch wurden
an der Messstation Hard bei der A2 79 Mikrogramm PM10 pro Kubikmeter
gemessen. Der Tagesgrenzwert liegt bei 50. Im St. Johann waren es
41 Mikrogramm, in Binningen 70 und in Dornach 78.
«Bei einer so genannten Inversionslage bleibt der Staub
dort liegen, wo er entsteht», erklärt Roberto Mona, Leiter
des Lufthygieneamts beider Basel. Bei einer Inversion kann sich
die kalte Luft, die am Boden hockt, nicht in die Höhe verbreiten,
Schadstoffe können sich damit nicht verdünnen. «Feinstaub
ist aber nicht nur ein Problem einer speziell winterlichen Situation»,
sagt Mona. Grenzwertüberschreitungen kämen jedoch häufiger
in Agglomerationen als in Städten vor.
Bis zum Herzinfarkt
PM10-Hauptquelle ist der Verkehr. Mona: «Zu 40 Prozent direkte
Emissionen aus dem Auspuff, insbesondere von Dieselfahrzeugen.»
Dazu komme der Abrieb von Strassenbelag und Reifen. Weiter stossen
Industrie und Gewerbe Feinstaub aus. «Partikelfilter zum Beispiel
bei Baumaschinen und Dieselfahrzeugen, sind wichtig», betont
der Amtsleiter.
Denn der Schadstoff löst Atemwegs-Erkrankungen aus wie Husten,
Bronchitis oder Asthma. «Nach neusten amerikanischen Erkenntnissen
ist der Staub auch noch Auslöser von Kreislaufstörungen»,
berichtet Mona. «Das kann bis zum Herzinfarkt gehen.»
Ralph Schindel http://www.baslerstab.ch
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